Bericht Neunkirchen Aktuell:

Neunkirchen Aktuell — Samstag, 25. Oktober 2025 – 18. Jahrgang Nr. 42

Anleitung für ein friedliches Miteinander

Lothar Reuter gibt „Impulse für ein bewusstes Leben“

„Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem anderen zu“ – diese alte Lebensweisheit kennt jeder. Doch wie oft gelingt es wirklich, danach zu handeln? Diese Frage hat Lothar Reuter aus Struthütten über viele Jahre beschäftigt. Aus Neugier, Interesse und einem tiefen Wunsch nach einem respektvollen Umgang miteinander hat der 69-Jährige ein Projekt entwickelt, das inzwischen Hunderte Menschen erreicht.

Der gebürtige Siegerländer ist kein Philosoph und kein Pädagoge, sondern IT-Fachmann mit jahrzehntelanger Berufserfahrung und seit April 2023 engagiertes Mitglied im Heimatverein Struthütten. Dort kümmert er sich unter anderem um die Öffentlichkeitsarbeit, die Pflege und technische Weiterentwicklung der Vereinswebseite. Im beruflichen wie im ehrenamtlichen Umfeld begegnete er immer wieder demselben Thema: Respekt – der kleine, oft unsichtbare Unterschied, der über das Gelingen oder Scheitern des Miteinanders entscheidet.

Schon früh begann Reuter, Zitate, Gedanken und Erfahrungen zu sammeln. Aus Schulungen, Fortbildungen und persönlichen Beobachtungen entstand mit der Zeit ein beachtlicher Fundus. Die Idee, all dies in einem übersichtlichen Buch zusammenzuführen, trug er lange mit sich herum. Erst eine Sprunggelenksverletzung im vergangenen Jahr verschaffte ihm die Ruhe und Zeit, sie in die Tat umzusetzen. Das Ergebnis: der Ratgeber „Respekt – Impulse für ein bewusstes Leben“.

Auf rund 200 Seiten zeigt das Werk, wie vielschichtig der Begriff Respekt ist und wie sehr Wertschätzung und Achtsamkeit den Alltag bereichern können. Ob im Beruf, im Ehrenamt oder im Familienleben – überall spielt der Ton eine Rolle, in dem man anderen begegnet. Lothar Reuter gelingt es, dieses komplexe Thema in klarer, verständlicher Sprache zu fassen. Anstatt mit erhobenem Zeigefinger zu moralisieren, gibt er konkrete, leicht umsetzbare Denkanstöße. „Mir ging es nie darum, jemanden zu belehren“, sagt er, „sondern darum, Menschen für den respektvollen Umgang miteinander zu sensibilisieren.“

Am Ende jedes Kapitels findet sich eine zum Thema passende Illustration – erstellt mithilfe künstlicher Intelligenz. Reuter, der seit jeher technikaffin ist, verbindet so in seinem Buch traditionelle Werte mit modernen Möglichkeiten. Für die Leser hat das klare Vorteile: Das Werk steht komplett digital und kostenlos zum Download bereit – sowohl auf der Website des Heimatvereins Struthütten als auch auf seiner eigenen Seite www.lothar-reuter.de. Mehr als 600 Menschen haben das Angebot allein in den vergangenen vier Monaten genutzt.

Die digitale Veröffentlichung erlaubt es dem Autor, sein Werk fortlaufend zu aktualisieren und zu verfeinern. Rückmeldungen und Anregungen fließen direkt in neue Versionen ein. „Ich sehe das Buch als wachsendes Projekt“, erklärt Reuter, „es soll sich mit den Menschen und ihren Erfahrungen weiterentwickeln.“

Mittlerweile ist er längst wieder gesund – und erneut fleißig an der Tastatur. Das Schreiben bereitet ihm sichtlich Freude. In diesem Jahr erschien bereits sein zweites Buch „Gutes Benehmen ist keine Glückssache“, das sich in gewohnt klarer und praxisnaher Weise mit modernen Umgangsformen befasst – von Tischmanieren bis zur sogenannten Netiquette, also dem respektvollen Verhalten im Internet. Kurz, prägnant und ohne überflüssigen Schnickschnack vermittelt Reuter hier, wie selbstverständlich gutes Benehmen eigentlich sein kann.

Unterstützt wird der Autor von seiner Frau, die zwar selbst lieber Krimis liest, ihm jedoch bei der Gestaltung und Überarbeitung seiner Texte als wichtigste Kritikerin zur Seite steht. „Sie hat ein gutes Gespür dafür, wenn sich etwas zu kompliziert liest oder zu theoretisch klingt“, sagt Reuter lächelnd.

Mit seiner positiven Lebenseinstellung, Offenheit und Neugier beweist der dreifache Familienvater, dass Lernen und Neuanfang keine Frage des Alters sind. Im Zuge seiner Buchveröffentlichung eignete er sich fundierte Kenntnisse in Webdesign und E-Book-Gestaltung an – und entwickelte dabei mehrere kleine digitale Projekte, die ebenfalls auf seiner Homepage zu finden sind. Getreu seinem Motto: „Es ist nie zu spät, um neu zu starten.“

Und ein Ende ist nicht in Sicht. Das nächste Buch ist bereits in Planung. Welches Thema Lothar Reuter als Nächstes aufgreifen wird, bleibt offen – sicher ist nur, dass er auch diesmal wieder einen positiven Akzent für ein friedliches und respektvolles Miteinander setzen wird.

Lothar Reuter behandelt andere so, wie er selbst behandelt werden möchte – und stellt seine Bücher kostenlos online zur Verfügung.

Am 25.10.2025 in der Zeitung und online:

Neunkirchen aktuell“ ist das offizielle Bekanntmachungsorgan der Gemeinde Neunkirchen. Sie können das Amtsblatt online bei der Hellerthaler Zeitung einsehen

Bericht Siegener Zeeitung:

Siegener Zeitung — Freitag, 15. Mai 2026

Wie ein Handy Kinder vom Bildschirm holen kann

Aus einer Idee für die eigenen Enkel ist eine Märchenwanderung für Familien geworden: Was hat es mit Lothar Reuters „Legende von der Kristallprinzessin“ auf sich?

Von Daniel Montanus

STRUTHÜTTEN. Eigentlich wollte Lothar Reuter nur seinen Enkelkindern etwas bieten. „Wie kann man einen Spaziergang zu etwas Besonderem machen?“, hat sich der 70-Jährige gefragt – und dann eine kindgerechte Tour durchs Kunstertal ausgetüftelt. Aber Reuter ist nicht nur Opa, sondern auch gelernter Informatiker, und so haben alle etwas von seiner Idee: Jetzt kann jeder mit Smartphone und mobilen Daten die Strecke erleben.

Denn Lothar Reuter, Vorstandsmitglied im Heimatverein Struthütten, hat eine Märchenwanderung für Familien geschaffen. Ohne App, ohne Kosten, ohne Eingriff in die Landschaft können alle, die Lust dazu haben, der „Legende der Kristallprinzessin“ nachspüren.

Zusätzliche Motivation für den Spaziergang

Die Zielgruppe ist klar: Familien. Denn Reuter weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, seine Kinder für Ausflüge in die Natur zu begeistern. „Ja, das kenne ich als dreifacher Vater nur allzu gut“, sagt er und lacht. Nun ist sich natürlich auch Lothar Reuter bewusst, dass Smartphones längst die Kinderzimmer erobert haben – aber er macht die digitale Technik zum Lockmittel. „Bei der Wanderung werden Handys genutzt, um die Kinder vom Bildschirm raus in die Natur zu holen.“

Startpunkt ist das Freizeitgelände im Kunstertal. Statt QR-Codes setzt Reuter auf eine browserbasierte Lösung, die er selbst programmiert hat. Den Zugang dazu gibt’s auf der Homepage des Heimatvereins – für Ortsfremde inklusive Navigation ins Kunstertal. Vor Ort wählen die Nutzer einfach den Schwierigkeitsgrad: für kleine Kinder, Jugendliche oder Erwachsene. Den Rest übernimmt Reuters Programm: Es lotst die Familien von einer Station zur nächsten durchs landschaftlich reizvolle Tal, und unterwegs wird die Geschichte der Kristallprinzessin und der Bergkobolde, die sie entführt haben, erzählt.

Unterwegs gibt’s viele Aufgaben

An jeder Station wartet ein Rätsel. Die Schwierigkeit variiert je nach Alter der Teilnehmer: Kinder können die Lösung meist im Umfeld der Stationen entdecken – Erwachsene hingegen müssen entweder im Heimatkunde-Unterricht aufgepasst haben oder bereit sein, ein bisschen zu recherchieren. Fakt ist: Erst dann, wenn die richtige Lösung eingetippt wurde, wird die Navigation zur nächsten Station gestartet.

Natürlich hat Lothar Reuter kein Interesse daran, dass Wanderer auf halber Strecke nicht mehr weiterkommen, weil sie an einem Rätsel scheitern. Also gibt seine Software auf Wunsch Tipps zur Lösung – außerdem lassen sich die Rätsel auch deaktivieren.

Am Ende winkt eine Belohnung

Wer also mithelfen will, die Kristallprinzessin aus ihrer Gefangenschaft bei den Kobolden zu befreien, sollte ihrer digitalen Spur folgen und sich auf ein bisschen Knobelei einstellen – zumal als Belohnung noch eine Überraschung am Ziel wartet. Das erreichen die Spaziergänger nach etwa dreieinhalb Kilometern, die über gut ausgebaute Wege führen. „Die Wanderung eignet sich daher sogar für Familien mit Kinderwagen“, sagt der 70-Jährige.

Auch der Höhenunterschied ist für eine Tour durchs Siegerland sehr moderat: Es geht kaum 80 Meter hoch. Die Bergkobolde haben bei der Entführung der Prinzessin dankenswerterweise eine sehr entspannte Strecke gewählt.

Am Freizeitgelände im Kunstertal beginnt die Spurensuche nach der Kristallprinzessin – und dabei lernen die Teilnehmer viele außergewöhnliche Fabelwesen kennen. Dieses Bild hat Lothar Reuter mit KI-Unterstützung geschaffen.

„Bei der Wanderung werden Handys genutzt,
um die Kinder vom Bildschirm raus in die Natur zu holen.“

Bildunterschrift des Zeitungsfotos: Am Freizeitgelände im Kunstertal beginnt die Spurensuche nach der Kristallprinzessin – dabei lernen die Teilnehmer viele Fabelwesen kennen. Das Bild hat Lothar Reuter mit KI-Unterstützung geschaffen. Abbildung: privat

Lothar Reuter · Heimatverein Struthütten  Bildquelle: Siegener Zeitung Herr Montanus